Szenario 7: Leistungs- und Fortschrittscontrolling

Das Demonstrationsszenario „Leistungs- und Fortschrittscontrolling“ ermittelt auf Basis der hinterlegten Mengenermittlungsformeln (REB, VOB) die bauteilkonkrete Menge sowie die Summe je LV-Position. Der AN fasst dabei in regelmäßigen zeitlichen Abständen erbrachte Bauleistungen zusammen. Es entsteht ein Multimodell-Container „Leistungsfeststellung“ mit dem aktuellen Bauwerksmodell, den abzurechnenden LV-Positionen sowie die bauteilkonkreten Splitt-mengen der LV-Positionen mit Bezug zum Bauwerksmodell (Fachmodelle). Die Visualisierung der Soll-Ist Dokumentationen bietet auch in diesem Szenario eine weitere Unterstützung für alle Projektbeteiligten.

Präsentation und Video

Das siebte Demonstrationsszenario wurde auf dem 3. Mefisto Kongress im neunten Vortrag präsentiert.

Prozessdiagramm

Das folgende Prozessdiagramm stellt die im Szenario durchgeführten Aktivitäten und die dabei verwendeten Fach- und Linkmodelle dar. Die eingerahmten Multimodelle-Container können heruntergeladen werden. Eine Legende findet man hier.

vereinfachtes Prozessdiagramm

Beschreibung

Die regelmäßigen Leistungsmeldungen von der Baustelle folgen einem im Bauwesen üblichen Prozess und sind die Grundlage für die Rechnungslegung durch den Auftragnehmer (AN). Basis sind die Vereinbarungen zwischen Auftraggeber (AG) und AN im Bauvertrag, verbunden mit den Rechtsvorschriften des BGB und dem Regelwerk der VOB. Daran soll sich durch die objektorientierte und modellbasierte Arbeitsweise nichts ändern. Vielmehr soll der Prozess effizienter und transparenter gestaltet werden. Ausgangspunkt sind das Leistungsverzeichnis mit Bezug der Leistungspositionen zum Bauwerksmodell und der zwischen AG und AN geführte Steuerungsterminplan. Der AN erstellt laufend (täglich, wöchentlich) seine internen Statusmeldungen zum Leistungsfortschritt. Dabei kennzeichnet er die fertiggestellten Bauteile im Bauwerksmodell des Systems iTWO. Das System ermittelt auf Basis der hinterlegten Mengenermittlungsformeln (REB, VOB) die bauteilkonkrete Menge sowie die Summe je LV-Position. In regelmäßigen Abständen z.B. monatlich fasst der AN die in diesem Zeitraum erbrachte Bauleistung zusammen. Es entsteht ein Multimodell-Container mit dem aktuellen Bauwerksmodell, den abzurechnenden LV-Positionen sowie die bauteilkonkreten Splitt-mengen der LV-Positionen mit Bezug zum Bauwerksmodell. Nutzt der AN für die Bauausführung ein detaillierteres Bauwerksmodell, so sind die Leistungen auf das zwischen AG und AN geltende Vertragsmodell zu beziehen. Vor der Übergabe an den AG prüft der AN anhand einer Bauablaufsimulation ob zu erwarten ist, dass die vertraglich vereinbarte Leistung in der vereinbarten Bauzeit fertig gestellt werden kann.

Leistungsfeststellung beim AN

Der AG erhält den Container der Leistungsmeldung über entsprechende Services der Mefisto-Plattform. Beim Einlesen in das Controllingsystem GRANID wird zunächst formal geprüft ob die LV-Positionen beauftragt sind und die Splittmengen den Bauteilen des Bauwerksmodells zugeordnet werden können. Die Leitmengen werden vom AG mittels der Basismengen plausibilisiert. Mengendifferenzen außerhalb einer definierten Bandbreite von z.B. 5% werden gekennzeichnet. Für das Kostencontrolling, sowie zur Überprüfung der ggf. parallel eingehenden Abrechnung des AN, wird mittels der im System GRANID hinterlegten Vertrags-konditionen und den Mengen des AN eine vergleichende AG-Kontrollabrechnung erstellt. Die im Zuge der Prüfung der Leistungsmeldung aufgetretenen Differenzen (z.B. nicht beauftragte Positionen, nicht plausible Mengen, falsche Rabatte, keine Einbehalte) müssen zwischen AG und AN geklärt werden. Eine Zahlungsanweisung kann nur über die im Controllingsystem nachweisbaren Leistungen und Vertragskonditonen erfolgen.

Visualisierung von Mengenabweichungen für die Position Wände in Ebene 3 beim AG

Damit kann der aktuelle Vertragsstand ermittelt und ein Soll-Ist Vergleich mit dem aus der Kostenplanung abgeleiteten Budget der Vergabeeinheit erstellt werden. In Verbindung mit den Steuerungsterminen können Soll-Ist Abweichungen festgestellt und Änderungen zu den geplanten Terminen und zum voraussichtlichen Mittelabfluss prognostiziert werden.

Visualisierung Soll-Ist-Vergleich für ausgewählte Elemente

Auf der Basis der Leistungsmeldungen können Baufortschritt und Mittelabfluss im Kontext der Termin- und Kostenplanungen visuell dargestellt werden. Dafür wird der ausgetauschte Leistungsmeldungscontainer in Verbindung mit bestehenden Vorgangsmodellen und Leistungsverzeichnissen in verschiedene Multimodellvisualisierungen überführt, z.B.:

  • mittels verschiedener Skalen eingefärbte 3D-Darstellungen des Bauwerksmodells (Fertigstellungsgrad, Terminerfüllung, abgerechneter Anteil des Budgets)
  • retrospektive und prognostizierende Soll-Ist-Animationen des Terminplans, mit farblicher Hervorhebung der Rückstände und Vorsprünge
  • diagrammatische Übersichtsdarstellungen des Fertigstellungsgrades bezogen auf die räumliche Bauwerksstruktur und die Struktur der Leistungsverzeichnisse mit Hilfe von Hierarchical Edge Bundles (HEBs)
  • Überblickssichten im georäumlichen Maßstab

Die modellbasierte Leistungsfeststellung verbunden mit einem Multimodell basierten Datenaustausch zwischen AN und AG reduziert den bisher betriebenen manuellen Aufwand erheblich. Die im Zuge der Prüfung festgestellten Differenzen können in den Systemen effizient und nachvollziehbar einer Klärung zugeführt werden. Ebenso wird die Erstellung der bei öffentlich finanzierten Baumaßnahmen erforderlichen Leistungsnachweise erleichtert. Prüfung, Klärung und Dokumentation der Leistungsmeldungen werden durch auf die jeweilige Aufgabe zugeschnittene visuelle Darstellungen unterstützt.

Modelldaten und Software

Folgende Modelldaten und Softwareanwendungen können heruntergeladen werden, um die das Demonstrationsszenario selber nachzuvollziehen.

Multimodelle

Vorlagen und Vokabulare

Software

  • M2G: Geovisualisierung des geplanten Baustellenzustands mit Google Earth
  • M2V: Multimodellvisualisierungen für das Leistungs- und Fortschrittscontrolling: retrospektive Soll-Ist-Animationen des Terminplans, diagrammatische Übersichtsdarstellungen des Fertigstellungsgrades mit HEBs, farbige 3D-Darstellungen