Szenario 2: Angebotsbearbeitung mit Multimodellen

Das Demonstrationsszenario „Angebotsbearbeitung mit Multimodellen“ zeigt, wie auf der Grundlage einer multimodellbasierten Ausschreibung die Planungen geprüft und ein Angebot erstellt werden kann. Das an der Ausschreibung teilnehmende Bauunternehmen (AN) importiert dabei den auf der Mefisto-Plattform veröffentlichten Multimodell-Container (MMC) „Ausschreibung Rohbau“ zur weiteren Bearbeitung in dessen Systemumgebung iTWO von RIB.

Präsentation und Video

Das zweite Demonstrationsszenario wurde auf dem 3. Mefisto Kongress im vierten Vortrag präsentiert.

Prozessdiagramm

Das folgende Prozessdiagramm stellt die im Szenario durchgeführten Aktivitäten und die dabei verwendeten Fach- und Linkmodelle dar. Die eingerahmten Multimodelle-Container können heruntergeladen werden. Eine Legende findet man hier.

vereinfachtes Prozessdiagramm

Beschreibung

Das Demonstrationsszenario „Angebotsbearbeitung mit Multimodellen“ knüpft an das vorherige Demonstrationsszenario „Ausschreibungscontrolling mit Multimodellen“ an, indem das an der Ausschreibung teilnehmende Bauunternehmen (AN) den auf der Mefisto-Plattform veröffentlichten Multimodell-Container (MMC) „Ausschreibung Rohbau“ zur weiteren Bearbeitung in dessen Systemumgebung iTWO von RIB importiert.

Import des Multimodell-Containers Ausschreibung

Der AN beginnt vor der eigentlichen Angebotsbearbeitung mit einer Prüfung des Multimodells, um sich zum einen ein Verständnis über die ausgeschriebene Bauaufgabe zu verschaffen und zum anderen die enthaltenen Daten respektive Datenstrukturen auf Konsistenz zu kontrollieren. Dies ist mit dem vorliegenden Multimodell in einer besonderen Art und Weise möglich, da die direkten Abhängigkeiten zwischen den ausgeschriebenen Leistungspostionen des Leistungsverzeichnis, den LV-Mengen, der Geometrie des 3D-Bauwerksmodells, sowie den Rahmenterminen anschaulich dargestellt werden können. Insbesondere die interaktive Visualisierung mit dem 3D-Bauwerksmodell unterstützt die Entwicklung eines gesamt-heitlichen Verständnisses über die ausgeschriebene Bauaufgabe. Die Prüfung der enthaltenen Daten und Datenstrukturen erfolgt mit verschiedenen Prüfregeln, welche die Projektion aller Multimodellbestandteile auf das 3D-Bauwerksmodells erlauben. Damit können gegebenenfalls Fehler im Multimodell grafisch hervorgehoben werden.

Prüfung der Ausschreibungsunterlagen

Mit der Entscheidung ein Angebot zu erstellen, wählt der AN zur weiteren Angebots-bearbeitung geeignete Bauverfahren aus, erstellt ein erstes Konzept für die Baustelleneinrichtung und den Bauablauf. In diesem Zuge werden die bestehenden Multi-modellstrukturen um ein Leistungsverzeichnis für die Baustellengemeinkosten (BGK LV) sowie eines ersten groben 3D-Baustellenmodells, welches mit SolidWorks erstellt wird, ergänzt.

Im weiteren Vorgehen wird die ausgeschriebene Leistungen des AG unternehmensintern weiter qualifiziert und in detaillierter Teilleistungen untergliedert. Diese bilden dann die Basis für eine contentgestützte Angebotsbearbeitung, welche im ersten Schritt mit einer weitgehend automatisierten, regelbasierten Mengenermittlung auf Basis dieser internen Teilleistungen und des 3D-Bauwerksmodells beginnt. Die hierbei entstehenden voraussichtlichen Ausführungsmengen (VA-Mengen) dienen zum einen zur Überprüfung der ausgeschriebenen LV-Mengen und zum anderen für die Ausarbeitung des Angebots.

Dem Prozess der Mengenermittlung kommt insofern eine besondere Bedeutung zu, da Mengen eine zentrale Rolle für die Angebotsbearbeitung übernehmen. Mengen bilden sowohl die Basis zur Kalkulation als auch zur Termin- und Ressourcenplanung. Sie müssen demnach für die unterschiedlichen Prozesse stets belastbar sein und in der entsprechenden Granularität vorliegen.

Mengenabweichungen zwischen LV- und VA-Mengen

Zur Angebotsbearbeitung wird in einem weiteren Arbeitsschritt anhand der Terminvorgaben (Rahmentermine) des AG ein Grobterminplan erstellt. Dieser teilt den zu erstellenden Baukörper unter bauablaufspezifischen Aspekten in mehrere Bauabschnitte ein und definiert den angedachten Bauablauf. Der Grobterminplan wird mit Hilfe von verschiedenen Filterungen mit den bereits bestehenden Multimodellstrukturen vollständig verknüpft. Abschließend wird das Multimodell um die Kalkulation ergänzt und Preise zur Angebotsabgabe gebildet. Hierbei beruht die Kalkulation insbesondere auf contentbasierten Bibliotheken mit vorgefertigten Kalkulationsbausteinen.

Vor der Angebotsabgabe wird das erstellte Multimodell respektive Angebot sowohl inhaltlich als auch auf Vollständigkeit geprüft. Dadurch, dass die verschiedenen Fachmodelle miteinander verknüpft sind, ergibt sich eine Vielzahl an Prüfmöglichkeiten, um Geometrie, Mengen, Kosten und Zeitbezug in unterschiedlichen Kombinationen zueinander abschließend für eine Angebotsabgabe zu bewerten. Beispielsweise können besondere Kostenrisiken bei Einzelbauteilen oder kritische Bauphasen mit einem hohen Ressourcenbedarf anschaulich dargestellt und somit frühzeitig erkannt werden.

Kosten je Level

Die Zusammenstellung des Multimodell-Containers „Angebot“ erfolgt mit Hilfe eines Templates, welches die benötigten Daten der Fachmodelle mit den entsprechenden Datenstandards definiert. Somit enthält der Container zur Angebotsabgabe für den Rohbau des Mefisto-Bauprojektes „Flughafen“: (1) das Rohbaumodell (Bauwerksmodell BIM, IFC2x3), (2) die Rohbaumengen zum Leistungsverzeichnis (Mengenmodell, Mefisto-XML), (3) das Leistungsverzeichnis mit Preisen (Leistungsmodell SPM, GAEB XML 3.1) und (4) den Grobterminplan (Vorgangsmodell TSM, Mefisto-XML) zur Darstellung des geplanten Bauablaufs. Weiterhin befindet sich im Container das Linkmodell (Mefisto-XML), welches die bilateralen Verknüpfungen zwischen den Daten der Fachmodellen bildet. Die Abgabe des Multimodell-Containers „Angebot“ erfolgt mittels WebService über die Mefisto-Plattform.

Modelldaten und Software

Folgende Modelldaten und Softwareanwendungen können heruntergeladen werden, um die das Demonstrationsszenario selber nachzuvollziehen.

Multimodelle

Vorlagen und Vokabulare

Software