Szenario 1: Ausschreibungscontrolling mit Multimodellen

Das erste Szenario zeigt, wie auf der Grundlage einer Bedarfsplanung eine Architekturplanung beauftragt und geprüft wird. Anschließend werden die Mengenprüfung, die Erstellung von Leistungsbeschreibungen und Terminplänen sowie die Veröffentlichung aller Fachmodelle als Multimodell-Container demonstriert.

Präsentation und Video

Das Demonstrationsszenario wurde auf dem 3. Mefisto Kongress im zweiten Vortrag präsentiert.

Prozessdiagramm

Das folgende Prozessdiagramm stellt die im Szenario durchgeführten Aktivitäten und die dabei verwendeten Fach- und Linkmodelle dar. Die eingerahmten Multimodelle-Container können heruntergeladen werden. Eine Legende findet man hier.

vereinfachtes Prozessdiagramm

Beschreibung

Das Projektcontrolling der Mefisto-Plattform basiert auf Daten, die als Ergebnis der Planungs- und Ausführungsphase einer Baumaßnahme als Geschäftsobjekte im Auftraggebersystem GRANID erhoben werden. Verschiedene Fachmodelle organisieren die Datenhaltung mit dem Ziel, aussagekräftige Berichte und Analysen für Entscheidungsprozesse zu erstellen.

Integration des Objektmodells mit Fachmodellen des Projektcontrollings

Das Ausschreibungscontrolling stellt sicher, dass die auszuführenden Leistungen mit den Inhalten der Planung konsistent sind und den Anforderungen des Auftraggebers (AG) an das Bauwerk entsprechen. Dazu ist das Leistungsverzeichnis so aufzubereiten, dass eine Integration mit dem Bauwerks-, Kosten- und Terminmodell gegeben ist.

Die Anforderungen des AG werden in Form eines Raum- und Funktionsprogramms dokumentiert und vom Architekten während der Objektplanung sukzessive in ein Bauwerksmodell überführt. Der Projektcontroller übernimmt mittels des Multimodell-Containers die jeweiligen Modellierungsstufen in die Projektplattform des AG. Die alphanumerischen Daten, welche die Modellinhalte detailliert beschreiben, werden je Planungsstand (Version) in einem Objektbuch strukturiert abgelegt. Gleichzeitig werden Integrationsbeziehungen zwischen den verschiedenen Fachmodellen geschaffen.

Visualisierung eines Funktionsbereichs im Raummodell

Das Projektcontrollingsystem prüft zunächst die Planungsergebnisse formal hinsichtlich Strukturierung und Vollständigkeit der Attribute (Codierung, Mengen, etc.). Ausgehend vom verifizierten Datenbestand, werden Soll-Ist Vergleiche zur Überprüfung der Vorgaben aus dem Raumprogramm erstellt. Ebenso sind mittels der Flächen und Bauteilmengen vergleichende bzw. alternative Kostenermittlungen möglich.

Die vom Controllingsystem unterstützte Kostenplanung nach der Elementmethode ermöglicht die Strukturierung der Kostenplanung nach gewerkebezogenen Vergabeeinheiten. Dabei bleibt der Zusammenhang zu den betroffenen Bauelementen des Bauwerksmodells gewahrt. Damit erhält der ausschreibende Planer ergänzende qualitative Vorgaben aus dem Objektbuch für die auszuschreibende Leistung in strukturierter Form.

Der ausschreibende Planer übergibt das nach den Vorgaben des Controllers strukturierte Leistungsverzeichnis mit Bezug zu den Bauteilen des Bauwerksmodells sowie den anteiligen VOB-gerechten Splittmengen. Für den Fall, dass der Ausschreibende keinen Bezug zu den Bauteilen liefern kann, ist dieser nachträglich im System des AG herzustellen.

Objektbuch-Ausschreibung zur strukturierten Beschreibung der Räume und Baulemente eines Bauwerksmodells

Eine Mengenermittlung nach den Ansprüchen des AG ist bauteilbezogen zunächst nur auf Grundlage der sogenannten „Basismengen“ möglich, da diese derzeit über die IFC-Schnittstelle übergeben werden. Der Controller nutzt diese Basismengen zur Plausibilisierung der Mengen im Leistungsverzeichnis. Parallel dazu werden mittels Integration über die Vergabeeinheit die geplanten Mengen der Kostenberechnung mit den ausgeschriebenen Mengen abgeglichen. In beiden Fällen werden Mengendifferenzen außerhalb einer definierten Bandbreite von z.B. 5% mit dem Planer geklärt. Damit erhält der AG eine höhere Transparenz, verbunden mit einer größeren Sicherheit bei den Mengen. Analog zur Integration der Leistungspositionen werden die Bauteile mit den Vorgängen des Rahmenterminplans verlinkt. Damit sind alle Voraussetzungen geschaffen, die Ausschreibung mittels des Multimodell-Containers zu veröffentlichen. Der Container enthält das Bauwerksmodell, das Leistungsverzeichnis mit den Splittmengen der LV-Positionen auf Bauteilebene, die Rahmentermine sowie die Verlinkung der Modelle.

Eine weitere Unterstützung erhält das Projektcontrolling dadurch, dass wiederkehrende Prozesse wie die Erstellung und Veröffentlichung der Ausschreibung durch einen Workflow unterstützt werden. Dazu werden durch einen Prozessverantwortlichen vorab definierte Workflows gestartet. Eine nachträgliche Individualisierung durch den Prozessverantwortlichen kann mittels grafischer Elemente per Drag & Drop durchgeführt werden. Einzelnen Aktivitäten eines Workflows können mit den Vorgängen eines Terminplans verlink werden um den Ablauf mit Terminvorgaben zu versehen. Checklisten für einzelne Aktivitäten reduzieren die Komplexität des Workflows. Damit erhält der Controller ein leistungsfähiges Instrument zur Führung und Steuerung seiner Aufgaben. Dem jeweiligen Systemnutzer werden auf der Startseite des Systems alle Workflows angezeigt, welche er berechtigt ist zu starten. Zusätzlich erhält jeder Nutzer eine Übersicht zu allen seinen offenen Aktivitäten die sich aus den einzelnen Workflows ergeben.

Starten eines Workflows für eine Ausschreibung

Der eigentliche Mehrwert der vorgestellten Methoden entsteht dann, wenn bei komplexeren Bauvorhaben die Ergebnisse verschiedener Planer auf einer Plattform zentral verwaltet und gesamthaft ausgewertet und analysiert werden. Die strukturierte Ablage der Daten aus den Planungs- und den anschließenden Ausführungsprozessen ermöglicht auch die flexible Anbindung vor- und nachgelagerter Systeme eines Unternehmens. Ebenso unterstützt dieses Vorgehen den Multiprojekt-Bauherrn, der für ein Portfolio an Baumaßnahmen ein integriertes Controlling auf unterschiedlichen Organisationsebenen benötigt.

Modelldaten und Software

Folgende Modelldaten und Softwareanwendungen können heruntergeladen werden, um die das Demonstrationsszenario selber nachzuvollziehen.

Multimodelle

Vorlagen und Vokabulare

Software